Ratgeber Mobilfunk
Prepaid-Tarife
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Ratgeber Mobilfunk
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Bei Prepaid zahlst du im Voraus: Du lädst Guthaben auf und buchst damit Pakete mit Minuten und Datenvolumen. Es gibt keine Rechnung im Nachhinein und meist keine lange Bindung. Das schützt vor hohen Kosten und eignet sich gut für Wenignutzer, Kinder oder als Zweitkarte. Trotzdem gibt es Fallstricke bei Abrechnung, Aufladung und Restguthaben.
Du lädst Guthaben auf, per Aufladekarte, Überweisung oder automatischer Aufladung. Aus dem Guthaben wird entweder ein Paket mit festem Umfang abgebucht, oder es wird nach Verbrauch abgerechnet. Ist das Guthaben aufgebraucht, kannst du nur noch eingeschränkt telefonieren und surfen, bis du neu auflädst. Damit kannst du nie mehr ausgeben, als du vorher eingezahlt hast, solange keine automatische Aufladung eingerichtet ist.
Viele Prepaid-Pakete laufen vier Wochen statt eines Kalendermonats. Dann wird 13 Mal im Jahr abgebucht. Vergleiche Prepaid-Angebote deshalb über ein ganzes Jahr. Prüfe auch, ob das Paket sich automatisch verlängert, wenn genug Guthaben da ist, und ob nicht verbrauchtes Datenvolumen verfällt oder in den nächsten Zeitraum mitgenommen wird.
Prepaid passt, wenn du wenig telefonierst, deine Kosten genau begrenzen willst oder eine Karte für ein Kind suchst. Ein Laufzeit- oder Monatsvertrag kann bei hohem Datenverbrauch günstiger sein, weil größere Pakete oft nur dort angeboten werden. Vergleiche bei gleichem Datenvolumen den Jahrespreis. Auch ein monatlich kündbarer Vertrag bindet dich kaum länger als Prepaid, rechnet aber im Nachhinein ab.
Eine automatische Aufladung ist bequem, hebt aber die Kostenkontrolle teilweise auf. Lege eine Obergrenze fest oder lade manuell auf, wenn dir die Kontrolle wichtig ist. Achte auf Kosten außerhalb des Pakets, etwa für Sonderrufnummern, Gespräche ins Ausland oder Drittanbieterdienste, die über die Handyrechnung oder das Guthaben abgerechnet werden. Eine Drittanbietersperre kannst du bei deinem Anbieter einrichten lassen.
Endet der Prepaid-Vertrag, hast du grundsätzlich Anspruch darauf, dein nicht verbrauchtes Guthaben zurückzubekommen, ohne Gebühr. Die Auszahlung kommt nicht automatisch: Du musst sie beim Anbieter beantragen, die Verbraucherzentrale bietet dafür einen Musterbrief an. Nach Darstellung der Verbraucherzentrale beziehen sich die Urteile bisher auf selbst eingezahltes Guthaben; ob das auch für Start- oder Bonusguthaben gilt, ist nicht gerichtlich geklärt.
Auch Prepaid-Verträge sind Telekommunikationsverträge und können gekündigt werden; die Frist steht in den Vertragsbedingungen. Willst du deine Nummer mitnehmen, beantrage die Mitnahme beim neuen Anbieter. Im Mobilfunk geht das jederzeit, und direkte Entgelte dafür dürfen dir nicht berechnet werden. Kündige den Prepaid-Vertrag erst, wenn die Mitnahme erledigt ist, und beantrage danach die Auszahlung des Restguthabens.
Für Kinder ist Prepaid beliebt, weil die Kosten auf das aufgeladene Guthaben begrenzt sind. Richte keine automatische Aufladung ein und lass eine Drittanbietersperre setzen, damit über Apps oder Werbebanner keine Abos abgerechnet werden. Wähle ein kleines Datenpaket und erhöhe es bei Bedarf. Als Zweitkarte, etwa für ein Tablet, einen Router im Gartenhaus oder für die Reise, ist Prepaid ebenfalls praktisch, weil keine Grundgebühr anfällt, wenn du kein Paket buchst. Prüfe aber die Bedingungen, ob der Anbieter Karten nach längerer Nichtnutzung kündigen darf.
Manche Anbieter kündigen Prepaid-Karten, die lange nicht genutzt oder aufgeladen wurden. Das ist zulässig, wenn die vereinbarte Kündigungsfrist eingehalten wird und die Bedingungen klar mitgeteilt wurden. Hast du noch Guthaben auf der Karte, kannst du die Auszahlung verlangen. Der Anspruch unterliegt nach Angaben der Verbraucherzentrale der allgemeinen Verjährung von drei Jahren, gerechnet zum Jahresende nach der Einzahlung oder nach der Kündigung. Willst du die Nummer behalten, beantrage rechtzeitig die Mitnahme zu einem anderen Anbieter, spätestens innerhalb eines Monats nach Vertragsende.
Bei Vertragsende hast du grundsätzlich Anspruch auf Auszahlung des nicht verbrauchten Guthabens ohne Gebühr. Du musst sie beim Anbieter beantragen.
Für Wenignutzer oft ja. Bei hohem Datenverbrauch kann ein Vertrag günstiger sein. Vergleiche bei gleichem Volumen den Jahrespreis.
Weil viele Pakete alle vier Wochen statt monatlich laufen. Rechne den Preis auf ein Jahr hoch.
Ja. Die Mitnahme kannst du im Mobilfunk jederzeit verlangen. Kündige die alte Karte erst, wenn die Mitnahme abgeschlossen ist.
Ohne automatische Aufladung kannst du nur das vorhandene Guthaben verbrauchen. Mit automatischer Aufladung solltest du eine Obergrenze festlegen.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale gilt die allgemeine Verjährung: drei Jahre zum Jahresende nach der Einzahlung oder nach der Kündigung. Stelle den Antrag deshalb bald nach Vertragsende.
Ja, einige Anbieter geben 5G auch in Prepaid-Tarifen frei. Prüfe in der Leistungsbeschreibung, ob 5G enthalten ist, welche Höchstgeschwindigkeit gilt und ob dein Smartphone 5G unterstützt.
Ja. Für jede SIM-Karte in Deutschland ist eine Identitätsprüfung vorgeschrieben, auch bei Prepaid. Der Anbieter erklärt dir, welche Verfahren er dafür anbietet.