Ratgeber Kreditkarte
Kreditkarten-Arten
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Kreditkarte ist nicht gleich Kreditkarte. Hinter dem Logo von Visa oder Mastercard stecken unterschiedliche Abrechnungsarten: Die Chargekarte zieht einmal im Monat alles ein, die Revolving-Karte lässt dich in Raten zahlen, die Debitkarte bucht sofort ab und die Prepaid-Karte funktioniert nur mit Guthaben. Welche Art du hast, entscheidet darüber, ob Zinsen anfallen und ob die Karte als Kaution beim Mietwagen reicht. Hier findest du die Unterschiede, belegt mit Angaben von BaFin und Verbraucherzentrale.
Chargekarte: einmal im Monat alles
Bei der Chargekarte, auch Delayed-Debit-Karte genannt, sammelt die Bank deine Umsätze und zieht den gesamten Betrag bei Fälligkeit vom Girokonto ein. Die BaFin schreibt, dass bei pünktlicher Zahlung keine Zinsen anfallen. Du bekommst einen Verfügungsrahmen und eine monatliche Abrechnung. Für die meisten Menschen, die keinen Kredit wollen, ist das die einfachste Form der Kreditkarte.
Revolving-Karte: echte Kreditkarte mit Raten
Bei der echten oder revolvierenden Kreditkarte kannst du den offenen Betrag in Raten zahlen. Dann nimmst du laut BaFin einen Kreditkartenkredit auf, der verzinst wird. Bei manchen Karten ist die Teilzahlung voreingestellt, bei anderen schaltest du sie in der App ein, auch nachträglich. Die Zinsen unterscheiden sich stark: Nach BaFin-Angaben mit Stand Januar 2024 lag der effektive Jahreszins der teuersten Karten bei fast 25 Prozent.
Debitkarte: sofort vom Konto
Die Debitkarte funktioniert wie die Girocard. Jede Zahlung wird laut Verbraucherzentrale sofort vom Konto abgebucht. Viele Banken geben sie kostenlos zum Girokonto aus. Ob du eine Debit- oder Kreditkarte hast, erkennst du am kleinen Aufdruck „Debit“ oder „Credit“ auf der Vorder- oder Rückseite. Weil die Debitkarte direkt abbucht, behältst du deine Ausgaben besser im Blick. Für Charge- und Revolving-Karten prüft die Bank deine Bonität und legt einen Verfügungsrahmen fest. Debitkarten gibt es laut Verbraucherzentrale bei einigen Banken ohne zusätzliche Bonitätsprüfung. Das ist bequem, kann aber dazu führen, dass man den eigenen finanziellen Rahmen überschätzt.
Prepaid-Karte: nur mit Guthaben
Eine Prepaid-Karte musst du vorher aufladen; du kannst nur ausgeben, was darauf liegt. Das schützt vor Schulden und kann für junge Menschen sinnvoll sein. Achte aber auf die Entgelte: Die Verbraucherzentrale warnt vor Angeboten im Internet, die als kostenlose Kreditkarte beworben werden und am Ende teure Prepaid-Karten per Nachnahme verschicken. Lies deshalb vor dem Antrag, was Ausgabe, Aufladung, Jahresgebühr und Bargeld bei der Prepaid-Karte kosten, und bestelle nur bei Anbietern mit vollständigem Impressum.
Welche Karte für Mietwagen und Hotel?
Autovermieter und Hotels verlangen oft eine Kaution. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass eine Debitkarte dabei Probleme machen kann, und empfiehlt für Kautionen im Urlaub eine echte Kreditkarte. Auch die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät, auf Reisen zusätzlich eine Chargekarte mitzunehmen, weil Debitkarten nicht überall angenommen werden.
Teilzahlung im Griff behalten
Wenn deine Karte eine Teilzahlung hat, wähle eine feste, möglichst hohe Rate statt der Mindestrate. Die BaFin rät außerdem, keine Überweisungen aus dem Kreditrahmen auf das Girokonto zu machen, weil diese oft teuer sind, und eine Teilzahlungskarte nicht bei Diensten für späteres Bezahlen zu hinterlegen. Prüfe vor dem Abschluss, ob du später auf Vollzahlung umstellen kannst; das erlauben nicht alle Karten.
So findest du die passende Art
Willst du keinen Kredit, passt eine Chargekarte oder eine Debitkarte. Brauchst du eine Kaution für Reisen, ist eine Chargekarte meist die sichere Wahl. Eine Revolving-Karte lohnt sich nur, wenn du die Teilzahlung bewusst und kurz nutzt und die Zinsen kennst. Eine Prepaid-Karte hilft, Ausgaben zu begrenzen. Im Rechner auf der Kreditkarten-Seite kannst du nach diesen Merkmalen filtern.
Zinsen richtig vergleichen
Wenn du eine Karte mit Teilzahlung in Betracht ziehst, vergleiche den effektiven Jahreszins. Die BaFin schreibt, dass der effektive Jahreszins der teuersten Karten mit Stand Januar 2024 fast dreimal so hoch war wie der Durchschnittszins der Bundesbank für Ratenkredite. Auch ein Dispokredit ist oft günstiger. Wer einen größeren Betrag finanzieren will, fährt deshalb meist mit einem Ratenkredit besser als mit der Teilzahlung der Kreditkarte.
Häufige Fragen
Was ist eine Chargekarte?
Eine Kreditkarte, bei der der gesamte Monatsbetrag auf einmal vom Girokonto eingezogen wird. Bei pünktlicher Zahlung fallen keine Zinsen an.
Was ist eine Revolving-Karte?
Eine echte Kreditkarte mit Teilzahlung. Den offenen Rest zahlst du in Raten mit Zinsen.
Woran erkenne ich eine Debitkarte?
Am Aufdruck „Debit“ auf der Karte. Kreditkarten tragen den Aufdruck „Credit“.
Welche Karte für die Mietwagen-Kaution?
Meist eine echte Kreditkarte. Mit einer Debitkarte kann es Probleme geben.
Kann ich mit einer Prepaid-Karte Schulden machen?
In der Regel nicht, weil du nur das Guthaben ausgeben kannst, das du vorher aufgeladen hast.
Ist ein Dispo günstiger als die Teilzahlung der Kreditkarte?
Oft ja. Die BaFin schreibt, dass auch Dispokredite häufig günstiger sind als die Teilzahlung teurer Kreditkarten.
Kann ich bei jeder Karte auf Vollzahlung umstellen?
Nein, das erlauben nicht alle Karten. Prüfe es vor dem Abschluss.
Wer bietet den Rechner auf der Kreditkarten-Seite an?
Der Rechner kommt von Tarifcheck. Vergleich und Antrag laufen dort und beim Kartenanbieter; billigxxl berät und vermittelt nicht.