Ratgeber Girokonto
Kostenloses Girokonto
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Ein kostenloses Girokonto bedeutet meist, dass die Bank keine monatliche Kontoführungsgebühr berechnet. Andere Dienste können trotzdem Geld kosten, etwa Karten, Bargeld am Automaten oder Überweisungen auf Papier. Oft ist das Konto auch nur unter Bedingungen kostenlos, zum Beispiel mit einem monatlichen Geldeingang. Mit der Entgeltinformation der Bank kannst du die Kosten vorab vergleichen.
Was kostenlos beim Girokonto bedeutet
Wenn eine Bank ein Konto als kostenlos bewirbt, bezieht sich das meist auf die Kontoführung, also die Grundgebühr im Monat. Darüber hinaus kann die Bank für einzelne Dienste Entgelte verlangen. Typisch sind Gebühren für die Girocard oder Kreditkarte, für Bargeld an fremden Automaten, für beleghafte Überweisungen, für Kontoauszüge auf Papier oder für Ersatzkarten. Ob ein Konto für dich tatsächlich kostenlos ist, hängt davon ab, welche dieser Dienste du nutzt.
Bedingungen: Mindestgeldeingang und Alter
Viele Konten sind nur kostenlos, wenn du Bedingungen erfüllst. Häufig ist ein monatlicher Mindestgeldeingang, etwa durch Gehalt oder Rente. Fällt der Geldeingang weg, zum Beispiel bei Jobwechsel, Elternzeit oder Arbeitslosigkeit, kann eine Kontoführungsgebühr fällig werden. Andere Angebote gelten nur für bestimmte Gruppen, etwa Schülerinnen, Studierende oder Auszubildende, und enden mit einem bestimmten Alter. Lies diese Bedingungen genau und rechne aus, was das Konto kostet, wenn sie entfallen.
Die Entgeltinformation vor dem Abschluss
Banken müssen dir rechtzeitig vor dem Abschluss eines Kontovertrags kostenlos eine Entgeltinformation geben. Sie listet die Entgelte für die wichtigsten Dienste rund um das Zahlungskonto in einer einheitlichen Form auf. Dadurch kannst du Konten verschiedener Banken direkt nebeneinanderlegen. Frage nach diesem Dokument, wenn du es nicht automatisch erhältst, und vergleiche die Zeilen, die zu deiner Nutzung passen.
Die Entgeltaufstellung einmal im Jahr
Während der Vertragslaufzeit muss die Bank dir mindestens einmal im Jahr und bei Kündigung kostenlos eine Entgeltaufstellung zur Verfügung stellen. Darin stehen alle Entgelte, die für dein Konto tatsächlich angefallen sind, und gegebenenfalls die Zinsen für Überziehungen. Nutze die Aufstellung, um zu prüfen, ob dein Konto noch zu dir passt. Siehst du dort regelmäßig Gebühren, lohnt sich ein Vergleich mit anderen Angeboten.
Karten, Bargeld und Auslandseinsatz
Schau genau hin, welche Karten zum Konto gehören und was sie kosten. Manche Banken geben eine Debitkarte kostenlos aus und berechnen für eine Girocard oder Kreditkarte extra. Prüfe, an welchen Automaten du kostenlos Geld abheben kannst und wie oft im Monat. Wer häufig im Ausland zahlt, sollte auf Entgelte für Zahlungen in Fremdwährung und für Abhebungen außerhalb des Euroraums achten.
Dispo und Überziehung
Ein kostenloses Konto kann teuer werden, wenn du es oft überziehst. Der Zinssatz für den eingeräumten Dispositionskredit und für eine geduldete Überziehung steht in der Entgeltinformation und im Preisverzeichnis. Vergleiche diese Sätze, wenn du dein Konto gelegentlich ins Minus bringst. Für längere Überziehungen ist ein Ratenkredit mit festem Zins oft die übersichtlichere Lösung.
Sicherheit des Guthabens
Auch bei einem kostenlosen Konto ist dein Guthaben gesetzlich geschützt. Die Einlagensicherung deckt Einlagen bis 100.000 Euro je Kunde und Bank. Das gilt für Banken mit Sitz in Deutschland; bei Banken mit Sitz in einem anderen Land der EU greift die Sicherung des jeweiligen Landes nach denselben Mindeststandards. Prüfe im Impressum, wo die Bank ihren Sitz hat.
So vergleichst du in fünf Schritten
Erstens: Schreibe auf, wie du dein Konto nutzt, etwa wie oft du Bargeld abhebst, ob du eine Kreditkarte brauchst und ob du im Ausland zahlst. Zweitens: Lass dir von jeder Bank die Entgeltinformation geben. Drittens: Prüfe die Bedingungen für die kostenlose Kontoführung, vor allem Geldeingang und Altersgrenzen. Viertens: Rechne für jede Bank die Kosten eines Jahres mit deiner Nutzung aus. Fünftens: Vergleiche Dispozinsen, falls du dein Konto manchmal überziehst. Erst dann siehst du, welches Angebot für dich wirklich wenig kostet.
Häufige Fragen
Ist ein kostenloses Girokonto wirklich gratis?
Meist entfällt nur die monatliche Kontoführungsgebühr. Karten, Bargeld an fremden Automaten oder Papierüberweisungen können extra kosten.
Was passiert, wenn mein Geldeingang ausbleibt?
Ist die kostenlose Kontoführung an einen Mindestgeldeingang gebunden, kann die Bank dann eine Gebühr berechnen. Die Bedingungen stehen im Preisverzeichnis.
Wo sehe ich alle Gebühren vor dem Abschluss?
In der Entgeltinformation, die dir die Bank vor Vertragsschluss kostenlos geben muss.
Wie erfahre ich, was mein Konto im Jahr gekostet hat?
Aus der Entgeltaufstellung, die dir die Bank mindestens einmal im Jahr kostenlos zur Verfügung stellt.
Ist mein Geld bei einer Direktbank sicher?
Einlagen sind gesetzlich bis 100.000 Euro je Kunde und Bank gesichert. Prüfe, in welchem Land die Bank ihren Sitz hat.
Sind Kontoauszüge auf Papier kostenlos?
Das hängt von der Bank ab. Viele Banken stellen Auszüge kostenlos im Online-Banking bereit und berechnen für Papier ein Entgelt. Das steht im Preisverzeichnis.
Was mache ich, wenn mein Konto teurer wird?
Vergleiche die neue Entgeltaufstellung mit anderen Angeboten. Ein Wechsel ist mit der gesetzlichen Kontenwechselhilfe einfach: Die neue Bank holt die Daten zu Daueraufträgen und Lastschriften bei der alten Bank und richtet sie neu ein.
Brauche ich für ein Girokonto eine Mindestsumme?
Für die Eröffnung meist nicht. Manche Konten sind aber nur bei einem monatlichen Geldeingang kostenlos. Lies dazu die Bedingungen im Preisverzeichnis und in der Entgeltinformation.